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Das Stummelschwanz-
chamäleon 
(Rhampholeon kerstenii)

Anita & Markus Grimm

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                     © Terra Inspira


Name
Rhampholeon kerstenii
Stummelschwanzchamäleon
Kenia-Chamäleon
Somalia-Chamäleon

Verbreitung
Tansania, Kenia, Somalia
 
Lebensraum
Das Chamäleon lebt in Bodennähe. In den Morgenstunden verlässt es den Grashalm oder Ast und sucht den Boden auf. Am Nachmittag sind die Tiere wieder an den Grashalmen oder in den niederen Büschen zu finden. Zur Übernachtung suchen sie sich eine erhöhte Lage.

Lebensweise
Das Chamäleon lebt in Bodennähe. In den Morgenstunden verlässt es den Grashalm oder Ast und sucht den Boden auf. Am Nachmittag sind die Tiere wieder an den Grashalmen oder in den niederen Büschen zu finden. Zur Übernachtung suchen sie sich eine erhöhte Lage.

Beschreibung
Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von 8 cm. Der Schwanz macht bei dieser Art fast ein Drittel der Gesamtlänge aus, was bei Rhampholeons nicht üblich ist. Die Grundfarbe variiert von braun bis hellbeige. In erregtem Zustand zeigen sie eine dunkle Streifenzeichnung, von der Schnauzenspitze bis zum Schwanz verlaufend. Durch die Knötchen auf der körnerschuppigen Haut fühlt sich diese wie Schleifpapier an. Die Augenbrauenkante, welche für die Art typisch ist, ist vergrössert und nach oben gerichtet. Die Körperform ist als längsgestreckt zu bezeichnen.
    
Haltung
Das Terrarium sollte eine 4-5 cm hohe Erdschicht, welche mit kleinblättrigem Laub bedeckt, ist enthalten. Eine gute Belüftung darf nicht fehlen, so dass im Terrarium keine Stickluft entstehen kann. Als Klettermöglichkeit sollten dünne Äste- zum Beispiel ein kleinwüchsiger Bambus- vorhanden sein. Die Temperatur sollte sich Tagsüber zwischen 25-28°C bewegen. Ein Nachtabsenkung auf minimal 22°C ist empfehlenswert. Bei Nachttemperaturen unter 19°C ist die Überlebenschance der Tiere sehr gering. Die Luftfeuchtigkeit ist durch das Feuchthalten vom Bodengrund hoch genug. Die Lichtquelle sollte zugleich als Wärmestrahler dienen und einen UV-B Anteil aufweisen. Für ein Einzeltier reicht ein Terrarium mit der Grösse (L*B*H) 30*40*40 cm aus. Für ein Paar muss das Terrarium eine Grösse von 60*50*50 haben. Die Fütterung wird mit allerlei Insekten bis zu einer Länge von 7 mm ist optimal. Die Futtertiere werden mit einem für Chamäleons geeigneten Vitaminpulver (z.B. Korvimin ZVT) eingestäubt.

Zucht
Die Paarungswilligkeit kann durch das vermehrte Besprühen des Terrariums mit Wasser erreicht werden. Wie die Paarung dieser Art genau abläuft, konnte bis heute nicht beobachtet werden. Nach F. W. Henkel/S. Heinecke zeigten Terrarienbeobachtungen das gleiche Balzverhalten wie Brookesia minima. Die Weibchen sollen die Männchen mehrere Tage auf dem Rücken umhertragen. Die Trächtigkeit der Weibchen dauert 2 Monate.

Fortpflanzung
Die bis zu 10 Eier werden in einen selbst gegrabenen Krater abgelegt. Der Krater wird in der als Bodengrund vorhandenen feuchten Erde erstellt. Die Eier sind bis spätestens 1 Tag nach der Ablage in ein luftdicht verschlossenes Gefäss mit feuchtem Vermiculit âzu überführen. Am ersten Tag nach der Ablage muss die Lage des Eies noch nicht berücksichtigt werden. So können Gelege ohne die Gefahr des Absterbens des Ebryos überführt werden. Nach 65 Tagen schlüpfen die Jungtiere bei einer Zeitigungstemperatur von 26-30°C. Die Schlupfdauer beträgt 1-3 Stunden. In dieser Zeit ziehen die Schlüpflinge den Dottersack ein und stellen auf Lungenatmung um.

Jungtiere
Die frisch geschlüpften Jungtiere sind etwa 3 cm lang und haben somit mehr als ein Drittel ihrer Gesamtgrösse. Die Aufzucht in Gruppen ist möglich. Die Terrarieneinrichtung entspricht derjenigen für adulte. Gefüttert werden die Jungen mit kleinen Fruchtfliegen (Drosophila), welche immer mit einem hochwertigen Vitaminpulver eingestäubt werden.

Geschlechtsreife
Die Geschlechtsreife wird im Alter von 9 Monaten erreicht. In diesem Alter haben die Tiere etwa 90 % ihrer Gesamtgrösse erreicht.

Lebensalter
Die Lebenserwartung liegt zwischen 30 und 36 Monaten. In Gefangenschaft leben die Tiere nicht wesentlich länger.

Besonderes
Die Art hat zu Abwehrzwecken eine besondere Körpereigenschaft entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Muskelzittern, welches bei Berührung ausgelöst wird. Das Zittern wird von uns Menschen fast wie viele kleine hintereinander folgende Stromstösse wahrgenommen.

Literatur
F. W. Henkel/S. Heinecke, Chamäleons im Terrarium

Abb. 1: 4 Monate altes Rhampholeon kerstenii.

Abb. 2: 1 Tag altes Ei von Rhampholeon kerstenii.

Abb. 3: Schlupf von Rhampholeon kerstenii.

Abb. 4: 1 Tag altes Jungtier von Rhampholeon kerstenii.

Abb. 5: 8 Monate altes Rhampholeon kerstenii.

Autoren:

Anita & Markus Grimm


Fotos:

© Markus Grimm


Januar 2003